"Tatort"-Krimi lief schon vor acht Uhr ab

Von Dr. Peter Schütze

Der sonntägige “Tatort”-Krimi begann schon am Nachmittag und spielte auf dem Golfplatz des Royal Saint Barbara´s GC. Die Auflösung fand bei längst hereingebrochener Abenddämmerung statt, war Dramatik pur und endete – ganz gegen die Gewohnheit dieses Genres – mit dem Happy-End für einen der beiden Hauptdarsteller. Die Rede ist von der Herren-Konkurrenz der Stadtmeisterschaften im Golf, die zum 14. Mal unter der Sponsorschaft der Dortmunder Mercedes-Benz-Niederlassung über die grüne Bühne gingen.

Mit jeweils 73 Schlägen hatten David Smolin  und Michael Hegemann, zwei der “verlorenen Söhne” des Dortmunder GC,  den ersten Tag in der Reichsmark Kopf an Kopf als Spitzenreiter beendet. Die Verfolgermeute mit RSB-Clubmeister Sebastian Schmidt (75) und dem Trio mit Tristan Gösche, Jan Pinner und Titelverteidiger Matthias Tischler (alle 76) war noch in Sichtweite, blieb aber auf den zweiten 18 Löchern ohne Chance, das führende Duo noch gefährden zu können.  Aus ihm schien Smolin einem sicheren Sieg entgegenzusteuern; denn er führt am 16. Loch mit drei Schlägen Vorsprung. Doch an diesem “Tatort” schmolz sein Vorsprung wie Butter in Sonne; denn er spielte Doppel-Bogey, Hegemann Birdie – beide waren wieder gleichauf, kamen auch so (74:74) ans Clubhaus.

Kein Golfer wäre bei dem hereingedämmerten Zwielicht noch auf den Platz gegangen. Der 39-jährige Jurist und sein 15 Jahre jüngerer Konkurrent mussten es. Stechen am 18. Loch, einer Par-3-Bahn  über den Teich, war als “Tatort” angesagt. Erst im vierten Versuch fiel die Entscheidung zugunsten des Routiniers, der mit seinem letzten Birdie zum dritten Mal nach 2005 und 2015 Stadt-Champion wurde.  “Ich hatte Glück, dass Mit-Favoriten wie Tischler, Kraschinski und Uffelmann ihr Potenzial nicht abrufen konnten, dass mein Schwächeanfall an der 16 ohne Folgen blieb und dass mir im Stechen zum Finale der tolle Chip in gelang”, wollte Smolin nicht in laute Euphorie verfallen. Und der geschlagene Maschinenbau-Master, der jetzt ein Praktikum bei Mercedes-Benz in Stuttgart beginnt, ließ sich seine Enttäuschung nicht anmerken: “David hat verdient gewonnen, weil er heute das bessere Golf gespielt hat. Ich bin stolz, dass ich ihn so lange herausfordern konnte.”

Ein Stechen, das Titelverteidiger Olaf Hegenberg gewann, war auch in der Ü 50-Klasse nötig. Dort verspielte Ralf Schimmelpfennig aus Castrop zuvor an der 18 seinen Drei-Schläge-Vorsprung durch einen Doppel-Bogey, während Hegenberg mit Birdie glänzte.

Mercedes-Benz-Chef Gerd Hewing war deutlich angetan, dass die Stadtmeisterschaft der Herren noch ein  derartiges Top-Niveau erreichten, nach dem es nach den Meldungen bis Ende der letzten September-Woche nicht ausgesehen hatte. “Von der sportlichen Qualität, der Spannung und dem Ablauf war das wieder ein vorzeigbares Event.”

In den weiblichen Konkurrenz setzten sich mit Lisa-Kathrin Rübenkamp und Andrea Marx die favorisierten Titelverteidiger durch.