Mercedes-Benz

Coupé der Superlative.

14. August 2020

Zum Start der Formel-1-Saison 2000 bringt der CL 55 AMG „F1 Limited Edition“ Rennsporttechnik auf die Straße. Das bedeutet Hochleistung auf allen Ebenen –auch beim Bremsen dank der ersten Keramikbremsscheiben in einem Straßenfahrzeug.

Das Wort „exklusiv“ ist fast schon eine Untertreibung: Vor 20 Jahren erscheint der Mercedes-Benz CL 55 AMG „F1 Limited Edition“. Er gehört zu den S-Klasse-Coupés der Baureihe C 215, die von 1999 bis 2006 gebaut wird. Die technischen Spezifikationen und das Design sind stark beeinflusst vom seinerzeit aktuellen Safety Car der Formel 1. Lediglich 55 Fahrzeuge werden gefertigt.

Der CL 55 AMG „F1 Limited Edition“ schöpft in jeder Hinsicht aus dem Vollen: Der AMG-V8-Hochleistungsmotor mit 5,5 Liter Hubraum entwickelt bis zu 265 kW (360 PS) bei 5.500/min und 530 Newtonmeter Drehmoment bei 3.150 bis 4.500/min. Die Höchstgeschwindigkeit ist elektronisch auf 250 Kilometer pro Stunde begrenzt.

Innovation Keramikbremsanlage. 

Ein weiteres hervorstechendes Merkmal: Das Coupé ist das weltweit erste Automobil mit Straßenzulassung, das mithilfe einer Keramikbremsanlage verzögert. Bei einer Vollbremsung aus Tempo 250 erbringt sie eine Bremsleistung von bis zu 1.471 kW (2.000 PS). Dieser außergewöhnliche Leistungswert entsteht im Zusammenspiel der innen belüfteten Bremsscheiben aus faserverstärkter Keramik mit eigens entwickelten Achtkolben-Bremssätteln.

Die Vorteile: ein sensibles Ansprechverhalten, extrem hohe Hitzebeständigkeit und ein geringes Gewicht der Bremsscheiben um bis zu 60 Prozent gegenüber der konventionellen Stahlausführung. Weniger ungefederte Masse also, die sich durch einen Zugewinn an Fahrdynamik und Fahrspaß bemerkbar macht.

„Das Wichtigste am Sportwagen ist die Bremse.“

Die Ankündigung zum Sondermodell vor 20 Jahren zitiert Mika Häkkinen, 1998 und 1999 Formel-1-Weltmeister auf McLaren-Mercedes: „Das Wichtigste an einem Sportwagen ist nicht der Motor, sondern die Bremse.“ Die Bremsscheiben des Coupés fertigen die Hightech-Spezialisten im Mercedes-Benz Werk Esslingen-Mettingen: Kohlefaser, Kohlepulver und Harz werden unter hohem Druck in Form gepresst und dann bei 1.000 Grad Celsius gebacken. Nach dem Abkühlen erhalten die Bremsscheiben eine kurze mechanische Bearbeitung, bevor sie mit flüssigem Silizium behandelt werden. Die Kohlenstoffmatrix saugt das Silizium dabei wie ein Schwamm auf und reagiert zur Keramik.

Magischer Blickfang.

Zur exklusiven Ausstattung des CL 55 AMG „F1 Limited Edition“ gehört das AMG-Styling. 19-Zoll-AMG-Leichtmetallfelgen mit Reifen im Format 255/40 ZR 19 vorn und 285/35 ZR 19 hinten machen den sportlichen Anspruch deutlich und lassen den CL 55 AMG „F1 Limited Edition“ in Kombination mit den verbreiterten hinteren Kotflügeln noch bulliger erscheinen lässt. Für dynamische Fahrerlebnisse sorgt außerdem die sportlichere Abstimmung des ABC-Fahrwerks (Active Body Control). Antiblockiersystem, Bremsassistent und das Elektronische Stabilitäts-Programm ESP bekommen ebenfalls eine sorgfältige Anpassung an das neue Bremssystem.

Das ausschließlich in Brillantsilbermetallic lieferbare Coupé zeigt „F1 Limited Edition“-Schriftzüge auf den vorderen Kotflügeln, auf den beleuchteten Einstiegsleisten und auf der Mittelkonsole, dort mit fortlaufender Nummerierung. Vordersitze in betont sportlicher Ausprägung mit optimierter Seitenführung, schwarz-silberne Lederbezüge mit eingestickten AMG-Logos, ein AMG-Sportlenkrad mit perforiertem Lederbezug, Zierblenden aus Carbon, der Automatik-Wählhebel in Leder-Carbon-Kombination sowie Fußmatten mit AMG-Logos setzen ebenfalls Motorsportakzente im Interieur.

So viel Exklusivität hatte ihren Preis: 330.000 DM wurden damals aufgerufen.

Juni 2001: Safety Car im Einsatz beim großen Preis von Kanada.

Fotos: Daimler AG